Einführung: Ein Wandel in der industriellen Cybersicherheit
Industrielle Netzwerke werden zunehmend Ziel ausgeklügelter Cyberangriffe, und herkömmliche IT-Sicherheitsansätze versagen in Umgebungen der Betriebstechnologie (OT) häufig. Nozomi Networks begegnet dieser Herausforderung mit Nozomi Arc, einer Lösung, die von passiver Überwachung zu automatisierter, aktiver Bedrohungsprävention übergeht. Dies stellt einen bedeutenden Schritt beim Schutz kritischer Infrastrukturen dar, da Endpoint-Sicherheit, Netzwerktransparenz und Bedrohungseindämmung auf einer einheitlichen Plattform kombiniert werden.
Nozomi Arc: Von passiver Erkennung zu aktiver Abwehr
Nozomi Arc wurde ursprünglich 2023 eingeführt und unterstützt OT- und IoT-Systeme auf Windows-, Mac- und Linux-Endpunkten. Die neueste Version führt eine automatisierte Bedrohungsprävention ein, mit der industrielle Unternehmen Bedrohungen in Echtzeit eindämmen und neutralisieren können. Dieser Ansatz verringert die Abhängigkeit von manuellen Eingriffen, die in Umgebungen mit hohem Risiko, in denen die Betriebszeit entscheidend ist, häufig zu langsam sind.
Einblick des Ingenieurteams: In OT-Netzwerken können selbst kurze Unterbrechungen Kaskadeneffekte auslösen. Die Automatisierung auf Endgeräteebene stellt sicher, dass Sicherheit und Produktionskontinuität gewahrt bleiben und gleichzeitig Angriffe abgewehrt werden.
An die Risikotoleranz angepasste Betriebsmodi
Nozomi Arc bietet jetzt drei flexible Betriebsmodi für unterschiedliche Anforderungen von Unternehmen:
- Erkennungsmodus: Nicht störende Überwachung für Audits, Compliance und Frühwarnungen.
- Quarantänemodus: Blockiert schädliche Dateien und bewahrt sie zur forensischen Untersuchung auf.
- Löschmodus: Entfernt Bedrohungen sofort, um eine weitere Kompromittierung des Systems zu verhindern.
Diese Modi ermöglichen es Unternehmen, Sicherheit und Betriebsrisiken auszubalancieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen IT-Agenten berücksichtigen diese auf OT ausgerichteten Modi die kritische Bedeutung industrieller Steuerungsprozesse.
Bedrohungsinformationen und lokale Verhaltensanalyse
Die Präventions-Engine nutzt die proprietären Bedrohungsinformationen von Nozomi Networks, die optional durch Mandiant Threat Intelligence erweitert werden können. Das System interpretiert Kompromittierungsindikatoren anhand standardisierter Branchenformate wie YARA, STIX und SIGMA.
Einblick des Ingenieurteams: Die Verhaltensanalyse auf der Ebene lokaler Endpunkte ist entscheidend. In OT-Netzwerken schränken Netzwerksegmentierung und Sicherheitsanforderungen die Möglichkeiten einer zentralisierten Erkennung ein. Lokale Bedrohungsinformationen ermöglichen eine schnelle und präzise Eindämmung von Bedrohungen, ohne Ausfallzeiten des Systems zu riskieren.
Integration in OT-, IoT- und CPS-Umgebungen
Im Gegensatz zu eigenständigen Sicherheitslösungen ist Nozomi Arc tief in die umfassendere Nozomi-Networks-Plattform integriert. Diese Integration ermöglicht einheitliche Transparenz und Reaktionsmöglichkeiten in folgenden Bereichen:
- Netzwerkinfrastruktur
- Endgeräte
- Drahtlose Kommunikation
Eine solche einheitliche Orchestrierung ist in modernen industriellen Umgebungen unverzichtbar, in denen Cyberbedrohungen sowohl die IT- als auch die OT-Ebene durchqueren und häufig Bedienerarbeitsplätze, HMIs und Steuerungsserver ins Visier nehmen.
Die Notwendigkeit von OT-Sicherheit
Daten aus MITRE ATT&CK for ICS zeigen, dass 72 % der ICS-Angriffstechniken wichtige OT-Ressourcen angreifen. Herkömmliche IT-Sicherheitslösungen sind aufgrund von Sicherheits- und Betriebsanforderungen für OT häufig ungeeignet, wodurch kritische Geräte verwundbar bleiben. Lösungen wie Nozomi Arc sind daher nicht nur hilfreich, sondern unerlässlich, um die Integrität der Produktion und die betriebliche Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten.
Einblick des Ingenieurteams: Die Integration aktiver Bedrohungsprävention in OT-Netzwerke ist nicht länger optional. Industrielle Ingenieure müssen Cybersicherheitsmaßnahmen proaktiv in betriebliche Abläufe integrieren und die Bedrohungseindämmung zu einem festen Bestandteil des Systemdesigns machen, anstatt sie nachträglich zu berücksichtigen.

