Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Industrie und Bildung im Bereich Automatisierung
Das Northwest Iowa Community College (NCC) vertieft seine Zusammenarbeit mit Direct Companies und festigt damit ein Modell, das akademisches Lernen mit der industriellen Realität verbindet. Diese Partnerschaft konzentriert sich darauf, Studierende im industriellen Instrumentierungs- und Steuerungsprogramm (IIC) mit praxisnahen, unmittelbar berufsrelevanten Kompetenzen auszustatten – etwas, das der traditionelle Unterricht allein nicht vollständig leisten kann.
Praxiswissen zu DCS im Unterricht
Ein zentraler Bestandteil dieser Initiative ist die Mitarbeit des leitenden Prozessingenieurs Pat Stockert, der eine spezialisierte Schulung zu verteilten Leitsystemen (DCS) durchführt. Mit mehr als drei Jahrzehnten Praxiserfahrung verwandelt seine Anwesenheit theoretischen Unterricht in angewandtes Wissen. Indem er seine Tätigkeit in der Wirtschaft vorübergehend unterbricht, um zu unterrichten, steht er für einen zunehmenden Trend: Branchenexperten gestalten aktiv die nächste Generation von Ingenieuren.
Warum praktisches Lernen zukünftige Ingenieure prägt
Während Lehrbücher Systemlogik und Regelungstechnik erklären, entsteht echte Kompetenz durch die Anwendung. Stockert betont, dass das Verständnis von Prozessregelung – etwa die Aufrechterhaltung stabiler Temperaturen oder Flüssigkeitsstände – grundsätzlich durch praktische Erfahrung erworben wird. Sein Vergleich eines DCS mit einer Geschwindigkeitsregelanlage im Auto ist einfach, aber wirkungsvoll: Beide sorgen für Stabilität, doch industrielle Systeme erfordern unter dynamischen Bedingungen eine deutlich höhere Präzision und Zuverlässigkeit.
Aus meiner Sicht als Automatisierungsingenieur ist diese praktische Erfahrung nicht nur hilfreich, sondern unverzichtbar. Moderne Anlagen arbeiten in zunehmend komplexen Umgebungen, in denen theoretische Lücken unmittelbar zu betrieblichen Risiken führen können. Ein früher Kontakt mit realen Systemen verkürzt die Lernkurve für neue Ingenieure beim Einstieg ins Berufsleben erheblich.
DCS vs. SPS: Ein Wandel der Philosophie industrieller Steuerungen
Studierende wie Jameson Sistrunk erkennen bereits einen umfassenderen Wandel in der Industrie. Während speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) weiterhin weit verbreitet sind, entwickeln sich verteilte Leitsysteme zum Rückgrat groß angelegter kontinuierlicher Prozesse.
Meiner Ansicht nach wird dieser Wandel von drei Faktoren vorangetrieben:
- Der Bedarf an zentralisierter Überwachung bei verteilter Ausführung
- Höhere Skalierbarkeit und Redundanz der Systeme
- Bessere Integration fortschrittlicher Analyse- und Optimierungswerkzeuge
DCS-Plattformen ersetzen SPS nicht vollständig, definieren jedoch neu, wie Steuerungsarchitekturen in komplexen Anlagen wie Ethanolfabriken, Raffinerien und chemischen Produktionsanlagen konzipiert werden.
Frühe berufliche Integration und Berufsfähigkeit
Besonders beeindruckend am Programm des NCC ist, wie schnell Studierende Kontakt zu Arbeitgebern aufbauen. Dass Sistrunk bereits vor seinem Abschluss eine Stelle bei POET erhalten hat, zeugt von einer äußerst effektiven Talentpipeline. Unterstützung durch die Industrie, Praktika und frühzeitige Rekrutierung sind keine optionalen Maßnahmen mehr – in stark nachgefragten technischen Bereichen entwickeln sie sich zu Standardanforderungen.
Aus Sicht der Industrie löst dieser Ansatz eine anhaltende Herausforderung: den Fachkräftemangel. Unternehmen warten nicht länger darauf, dass Absolventen von selbst berufsfertig werden; sie beteiligen sich aktiv daran, ihre Fähigkeiten vom ersten Tag an zu entwickeln.
Investitionen der Industrie als strategische Notwendigkeit
Die Entscheidung von Direct Companies, technische Ressourcen für die Bildung bereitzustellen, verdeutlicht eine umfassendere strategische Erkenntnis: Die Entwicklung von Fachkräften ist nicht länger von den Geschäftsabläufen getrennt. Organisationen, die in Bildungs- und Weiterbildungsökosysteme investieren, erzielen langfristige Vorteile bei der Qualität und Bindung ihrer Mitarbeitenden sowie bei ihrer Innovationsfähigkeit.
Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Modell die Zukunft der industriellen Fachkräfteentwicklung darstellt. Passive Rekrutierung wird durch aktive Förderung ersetzt.
Die Zukunft der Automatisierungsausbildung
Partnerschaften wie diese zeigen, wie sich die technische Ausbildung weiterentwickeln muss. Bei der Automatisierung geht es längst nicht mehr nur um Hardware und Regelkreise – heute gehören auch Systemintegration, Dateninterpretation und betriebliche Optimierung dazu.
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Ausbildungsprogramme:
- reale industrielle Systeme in die Lehrpläne integrieren
- erfahrene Ingenieure in Lehrfunktionen einbinden
- Lernergebnisse an den tatsächlichen Anforderungen von Anlagen ausrichten
Die Zusammenarbeit des NCC mit Direct Companies ist ein überzeugendes Beispiel dafür, wie dies erfolgreich umgesetzt werden kann.

